LAST CHEF:

Joceval Santos

Chef Joceval Santos aus Brasilien hat bei uns ein himmlisches Festmahl aufgetischt.

Ajeum – ein Wort aus der Yoruba-Sprache, das mit „gemeinsames Essen“ übersetzt wird – ist eine der wichtigsten kollektiven Praktiken des Candomblé und bekräftigt die gemeinschaftlichen und spirituellen Dimensionen des Essens als Geste der Verbindung mit dem Heiligen und mit der Natur.

Olubajé – das „Festmahl des Königs“ ist eine der höchsten Feierlichkeiten der afro-brasilianischen Candomblé-Religion. Dieses Ritual findet jährlich zu Ehren von Obaluaê/Omolu statt – dem Orisha der Erde, der Krankheit und der Heilung – und beinhaltet den gemeinsamen Verzehr traditioneller Speisen wie doburu (Popcorn), das üblicherweise auf Blättern serviert wird, sowie die Danksagung für und die Bitte um gute Gesundheit.

 

Das himmlische Festmahl war eine poetische Praxis, inspiriert vom Olubajé-Ritual:

Nach einer zeremoniellen Prozession, angeführt von zwei Candomblé-Priestern – dem Künstler Ayrson Heráclito und dem Küchenchef Joceval Santos – waren die Teilnehmenden eingeladen, im Einklang miteinander und der Natur ein Mahl einzunehmen, das mit einem Reinigungsritual endet.
Nach dem Mahl wurden die Essensreste den Wäldern und Flüssen als Gegenleistung dargebracht – eine symbolische Geste, die die bedeutsamen Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Natur verdeutlichte.

Im Rahmen von Tongue and Throat Memories.